LÜFTUNG

 

Um Heizenergie einzusparen, werden Neubauten heutzutage wesentlich dichter gebaut als in den vergangenen Jahren. Die Konsequenzen sind eine schlechte Raumluftqualität und Schimmelpilzgefahr. Die manuelle Be- und Entlüftung (Fenster auf / zu) ist bei kalter Witterung nicht nur ungemütlich, sondern reicht in der Regel auch nicht aus. Es gibt noch einen viel gravierenderen Nachteil. Bei jedem Lüftungsvorgang entweicht wertvolle Wärme und die Frischluft muss mit viel Energieaufwand wieder aufgeheizt werden. Die Lösung kann aus hygienischen, bauphysikalischen und energetischen Gründen nur eine kontrollierte Be- und Entlüftung sein.

Die aktuelle Energieeinsparverordnung erfordert einen hohen Wärmedämmstandard sowie eine winddichte Ausführung des Gebäudes. Unter energietechnischen Aspekten liegen die Vorteile in der Einsparung von Energiekosten .Diese Gebäudedichtheit lässt jedoch nicht mehr den für den Erhalt der Gebäudehülle und die Gesundheit der Hausbewohner notwendigen natürlichen Luftaustausch zu. Zweck des Luftwechsels ist die Versorgung des Gebäudes mit Sauerstoff, Entsorgung von Schadstoffen und Feuchtigkeit. Ein Luftaustausch kann durch Fensterlüftung erfolgen. Idealerweise soll dies als Stoßlüften mehrmals täglich, jeweils bis zu 10 Minuten bei zugedrehten Heizkörpern erfolgen. Eine Dauerlüftung durch schräg gestellte Fenster ist aus energetischen Aspekten nicht empfehlenswert. In der Praxis wird dies jedoch nicht durchgeführt. Vielmehr wird nur dann gelüftet, wenn sich die Luftqualität im Wohnraum spürbar verschlechtert, durch z.B. hohen Kohlendioxidanteil, Geruchsbelästung, Stockgeruch usw. Zudem ist es aufgrund von unterschiedlichen Windverhältnissen schwierig mit der Stoßlüftung den richtigen Luftwechsel zu bewerkstelligen.

Im Niedrigenergiehaus beträgt der rechnerische Anteil der Lüftungsverluste ca.50 % des Heizenergiebedarfs, verursacht durch die notwendige Fensterlüftung. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung entzieht der Abluft bis zu 95 % ihrer Wärme und heizt damit die angesaugte Frischluft wieder auf. Für Passivhäuser ist eine kontrollierte Wohnraumlüftung definitionsbedingt erforderlich. Auch im Zuge einer Gebäudesanierung sollte auf den Einsatz einer kontrollierten Wohnraumlüftung nicht verzichtet werden.